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Gesetzliche Helmpflicht für Skifahrer


Für Kinder unter 14 Jahren besteht bereits eine gesetzliche Helmpflicht in Italien und Kroatien, auf allen übrigen Pisten ist es jedem freigestellt ober er mit oder ohne Helm unterwegs ist.

Eine moralische Helmpflicht besteht für jedes Kind das von seinen Eltern geliebt wird. Das gilt fürs Fahrrad, fürs Skifahren, fürs Skaten und andere risikofreudige Sportarten. Für Erwachsene gilt: Hast Du Hirn, schütze es.

Merke: wenn Sie spüren daß Sie einen Helm brauchen, ist es zu spät.

 

"Kopfverletzungen sind heimtückisch"


Artikel zum Thema Skihelm, (phr, derStandard.at, 5.12.2007)

Gehirnerschütterung und Hirnblutung - Skifahren und Snowboarden fordern jährlich ihren Tribut, der Trend in Richtung Schihelme ist trotzdem ein langsamer.

Die gute Nachricht zuerst: Verglichen mit Knieverletzungen sind Kopfverletzungen unter Wintersportlern eher selten. Um genau zu sein, verletzen sich von 60.000 verunfallten Schifahrern 11 Prozent jährlich am Kopf. (Anmerkung von mir: An Knieverletzungen ist aber noch keiner gestorben.)

Heimtückische Verletzungen

"Kopfverletzungen sind heimtückisch. Auch wenn keine äußeren Verletzungen sichtbar sind, kann sich drinnen einiges abspielen", erklärt Michael Blauth, Vorstand der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie in Innsbruck und lässt damit wenig Freude über die epidemiologischen Zahlen aufkommen. Zwar enden Kopfverletzungen selten tödlich, ihre Einschätzung fällt jedoch auch Medizinern oft schwer und die therapeutischen Möglichkeiten sind nach wie vor sehr begrenzt.

Nach dem Sturz ins Krankenhaus

Unauffällig und völlig beschwerdefrei – das typische Bild eines Patienten mit einer Kopfverletzung, wenn er nach dem Sturz auf der Piste das Krankenhaus erreicht. Warum überhaupt ins Spital, stellt sich der medizinische Laie die Frage? "Unfallhergang, kurzfristige Bewusstlosigkeit am Unfallort und Erinnerungslücken sind in der Anamnese ganz entscheidend", erklärt der Innsbrucker Unfallchirurg und schickt keinen Patienten heim, der hier etwas zu berichten weiß. Abwarten und schauen was passiert, ist im Wesentlichen das, was der Mediziner dann tut.

Auf Nummer sicher gehen

"Kopfverletzungen können sich innerhalb der ersten 24 Stunden dramatisch verschlechtern", erklärt Blauth und entscheidet sich im Zweifelsfall immer für eine stationäre Aufnahme, um keine Gehirnblutung zu übersehen. Besteht ein begründeter Verdacht, dann stehen auch radiologische Verfahren wie die Computertomografie (CT) zur weiteren Abklärung zur Verfügung.

Der Weisheit letzter Schluss ist aber auch sie nicht, denn auch im CT können sich kleine Blutungen sehr unauffällig präsentieren. Mediziner gehen daher auf Nummer sicher: Ist der Patient nach 24 Stunden Beobachtung noch immer symptomfrei, dann erst wird er als gesund nach Hause entlassen.

Ernste Gehirnblutung

Steckt hinter der Kopfverletzung aber tatsächlich eine Hirnblutung, dann wird die Lage ernst. Zwar kann der Unfallchirurg dem Gehirn Platz schaffen, wenn es aufgrund einer Blutung verdrängt oder eingeengt wird. "Schwieriger ist jedoch, die oft mit der Blutung verbundene Hirnschwellung zu behandeln", erklärt Blauth und macht damit die Grenzen der therapeutischen Möglichkeiten einer schweren Kopfverletzung deutlich.

Üblicherweise versucht man diese Schwellung mit Hilfe spezieller Infusionen in den Griff zu bekommen, und so den Untergang wichtigen Hirngewebes zu verhindern. Der Erfolg dieser Behandlung lässt sich jedoch nicht prognostizieren.

Diagnose Gehirnerschütterung

Erfreulicherweise sind Gehirnblutungen nach Skiunfällen aber eher die Ausnahme. Meist lautet die Entlassungsdiagnose: Gehirnerschütterung. Diese vorübergehende Funktionsstörung der Nervenzellen im Gehirn, kann die bereits erwähnten flüchtigen Symptome, wie kurzfristige Bewusstlosigkeit und Gedächtnisverlust verursachen. Es sind aber je nach Schweregrad der Hirnprellung auch längerfristige Beschwerden, wie Kopfschmerzen oder Schwindel möglich. Eine spezielle Therapie ist in den meisten Fällen nicht erforderlich. Eine körperliche Schonung empfiehlt sich.

Prävention durch Helme

Damit zu diesen Verletzungen aber gar nicht erst kommt, gibt es Helme. "Als Schifahrer und Snowboarder kann man vom Schihelm nur profitieren", berichtet Blauth und hofft dass 85 Prozent weniger Kopfverletzungen allein durch den richtigen Kopfschutz Motivation genug sind.

Pflicht oder nicht?

Dass der Trend in Richtung Schihelm geht, zeigen zumindest die langsam steigenden Verkaufzahlen. Eine Helmpflicht, wie sie auf Italiens Pisten für Kinder bis 14 verpflichtend ist, hält Blauth für überflüssig, denn für viele Kinder und Jugendliche ist das Tragen eines Helmes ohnehin bereits Normalität. Vielleicht wäre die Helmpflicht für Erwachsene eine brauchbare Lösung. (phr, derStandard.at, 5.12.2007)