Aktuelles

 

Scott Ski Rückenprotektoren

Anzeigen

Wir empfehlen für alle aktiven Skifahrer und besonders für Freeski-Fahrer mit erhöhter Materialbelastung den Abschluß einer

Für mehr Infos klicken Sie bitte auf das DSV-Logo.

Skistiefel Technik


Ein Skistiefel besteht aus zwei Baugruppen, der Aussenschale (1) und einem herausnehmbaren Innenschuh (6). Je nach Einsatzbereich und Qualität werden verschiedene Materialien und Zusammensetzungen kombiniert.

Die Aussenschale

Die Schale besteht aus einem Unterteil (1) und der Manschette (8). Bei hochwert- igen Schalen werden je nach Anforderung mehrere unterschiedlich harte Kunst- stoffe miteinander vergossen um eine optimale Kraftübertragung bei größtmöglicher Flexibilität/Komfort zu erhalten. Bei preiswerten Schalen wird nur ein einziger weicher Kunststoff verwendet, der Schuh ist zwar im Geschäft angenehm weich, beim Fahren gibt er jedoch in alle Richtungen nach und verschenkt so Ihre Energie. Pflicht bei allen Skistiefeln ist ein austauschbarer Absatz (11), der aus Sicherheits- gründen bei Abnutzung ersetzt werden sollten.

Beispiel Bild oben: die Basisschale (orange) muss flexibel sein, damit bei der Vor- wärtsbewegung das Material nachgeben kann und kein Druck auf den Fuss ausge- übt wird. Die Manschette und der obere Teil der Schale sowie die Sohlenaufnahme (schwarz) sind aus härterem Kunststoff der die Bewegung des Fahrers möglichst direkt auf den Ski übertragen sollte. Im Einstiegsbereich werden weichere Kunst- stoffe (grau) verwendet, damit auch bei kalten Temperaturen ein leichter Ein- und Ausstieg möglich ist. Einige Firmen geben einen Flexwert bei den Schuhen an, je höher dieser Wert ist, desto sportlicher ist der Skistiefel. Allerdings ist dieser Wert nicht einheitlich, Sie können nur Flexwerte eines Fabrikates vergleichen.

Die Schnallen

Eine Skischuhschnalle (2) besteht aus zwei Teilen, dem Kipphebel und dem Haken- block. Einfache Schnallen werden aus Kunststoff, hochwertige aus Alu gefertigt. Mein Tipp: Achten Sie darauf, daß möglichst alle Schnallen eine Mikroverstellung (2a) haben, nur so können Sie den Schließdruck optimal einstellen. Bei sehr breiten oder sehr schmalen Waden sollten die oberen Schnallen zusätzlich verstellbar (2b) sein. Beim Kauf sollten im geschlossenen Zustand mindestens 2 Raster noch frei sein, da jeder Schuh weiter wird und Sie dann noch nachstellen müssen. Viele Schuhe haben oben noch einen Powerstrap (3), das ist ein Klettband das die Zunge (4) fixieren soll.

Der Innenschuh

Die größten Unterschiede gibt es beim Innenschuh (6). Dieser hat die schwierige Aufgabe, einerseits so bequem und warm wie möglich zu sein, andererseits eine gute Kraftübertragung und lange Lebensdauer zu gewährleisten. Bei hochwert- igen Schuhen werden in den wichtigen Bereichen (Knöchel, Fersen, Vorfuss) je nach Bedarf (Halt, Wärme oder Komfort) unterschiedlich harte bzw. dichte Schaumstoffe verwendet. Bei einfachen Innenschuhen besteht der Kern aus einem meist weichen PU-Schaum, der zwar beim Kauf sehr bequem ist, aber dafür sehr schnell und stark nachgibt. Dann fehlt der Halt und es entstehen Druckstellen. Merke: Kunststoffe bestehen überwiegend aus kleinen Luftbläschen. Je schlechter der Kunststoff, desto schneller platzen diese Bläschen, der Schaum wird dünner und härter und die Wärmedämmung lässt nach.

Der wärmeverformbare Innenschuh

Die meisten Hersteller bieten heute Schuhmodelle an, bei denen der Innenschuh mit Wärme verformbar gemacht wird und sich dadurch optimal an Ihren Fuß anpasst. Diesen Vorgang kann man je nach Fabrikat mehrmals wiederholen, so daß der Schuh, sollte beim Fahren eine Druckstelle auftreten, später noch einmal angepasst werden kann. Achtung: je nach Preislage sind nur bestimmte Bereiche wärmeverformbar. Haben Sie bestimmte Problemzonen, fragen Sie Ihren Verkäufer ob das Modell auch an dieser Stelle verformbar ist.

Der geschäumte Innenschuh

Finden Sie keinen "normalen" Skistiefel der Ihnen passt, ist die letzte Möglichkeit das individuelle Ausschäumen eines Innenschuhs. Hier steigen Sie in den leeren Innen- schuh und der Verkäufer spritzt mit einer Kartusche einen PU-Schaum in die Hülle. Dieser verteilt sich dann gleichmässig um Ihren Fuss und beseitigt fast alle Probleme.
Mein Tipp:
Ausschäumen ist ein Fall für einen absoluten Spezialisten mit sehr viel Erfahrung, das beginnt schon mit der Auswahl der richtigen Schale. Denn hat diese zu viel Volumen ist sehr viel Schaum notwendig und der Schuh wird sehr schnell weiter. Ist die Schale zu schmal dann haben Sie an manchen Stellen gar keinen Schaum. Oder die Schale hat die falsche Biegelinie bzw. ist zu hart oder zu flach, dann haben Sie später ein Problem beim Fahren. Merke: geschäumte Schuhe sind zu teuer für eine Umsatzsteigerung auf Ihre Kosten.

Das Innenfutter

Dieses hat die Aufgabe den Fuss trocken und warm zu halten, indem es Feuchtigkeit vom Fuss in den Innenschuh weiterleitet. Manche Innenschuhe haben hinten ein glattes Innenfutter (5), damit gleitet der Fuss beim Einsteigen besser in den Schuh. Besonders warm sind Innenfutter aus Fleece oder ähnlichen Materialien.

Die Einlegesohle

In den meisten Skistiefeln sind normale Sport-Einlegesohlen drin die problemlos gegen anpassbare oder beheizbare Einlegesohlen ausgetauscht werden können.

Technische Zusatzausstattung

Manche Skistiefel haben zusätzliche Verstellmöglichkeiten um den Komfort oder die Fahreigenschaften zu verbessern:

Einstiegshilfe (4a) - die Schlaufe an der Zunge erleichtert den Einstieg in den Skistiefel.
Spoiler (7) - ein verstellbarer Spoiler lässt sich nach oben (bei schlanken Waden) oder nach unten (bei starken Waden) verschieben.
Steh-Geh-Funktion (9) - bei einigen Modellen kann man die Manschette entriegeln, der Schaft lässt sich dann hinten bewegen. Damit wird das Laufen und Stehen erleichtert und die Knie werden entlastet.
Vorlage-Verstellung (9) - bei sportlichen Modellen kann man die Mindest-Vorlage der Maschette in mehreren Stufen einstellen. Je mehr Vorlage desto mehr Druck bringen Sie auf die Skispitze, aber auch die Kniebelastung steigt an.
Canting (10) - beim Kanting lässt sich die Manschette um mehrere Grad seitlich verstellen um Fussfehlstellungen (X- oder O-Beine) auszugleichen. Die Fusssohle steht dann wieder plan über dem Ski.